Arbeitsabläufe in der Textilreinigung
Der Arbeitsablauf in einer Textilreinigung
Als Textilreinigungskunde ist man es gewohnt, seine verschmutzten Kleidungsstücke in einem Reinigungsbetrieb der Wahl einfach abzugeben und zu einem vereinbarten
Zeitpunkt frisch gereinigt wieder abzuholen. Doch wie viel handwerkliches Geschick und umfangreiches Fachwissen von Seiten des Textilreinigers erforderlich ist, um seine Kunden zufrieden zu stellen
und wie viele unterschiedliche Arbeitsgänge dafür notwendig sind, darüber macht sich kaum jemand Gedanken.
Was passiert also mit den Textilien, nachdem man sie der Obhut des Textilreinigers übergeben hat? Und welche einzelnen Arbeitsschritte durchläuft das Kleidungsstück, bis es am Ende dem Kunden in tadellosem Zustand wieder ausgehändigt wird?
Was passiert also mit den Textilien, nachdem man sie der Obhut des Textilreinigers übergeben hat? Und welche einzelnen Arbeitsschritte durchläuft das Kleidungsstück, bis es am Ende dem Kunden in tadellosem Zustand wieder ausgehändigt wird?
Warenannahme und Beratungsgespräch
Ihm Rahmen des Beratungsgesprächs bei der Abgabe des Kleidungsstücks empfiehlt der Textilreiniger dem Kunden die aus fachmännischer Sicht für die vorhandenen Verschmutzungen geeignetste und zugleich schonendste Reinigungsbehandlung. Der Kunde sollte beim Abgeben seiner Kleidungsstücke den Reiniger unbedingt auf besondere Verfleckungen hinweisen.
Warenschau und Sortieren
Bei der Warenschau wird das verschmutzte Kleidungsstück vom Textilreiniger eingehend inspiziert und für die anschließende Reinigungsbehandlung vorbereitet. So wird
etwa jede einzelne Textilie mit einer Nummer versehen, die dem Kunden gleichzeitig als Abholschein dient. Nachdem der Reiniger das Kleidungsstück auf eventuelle Beschädigungen untersucht hat, die er
gegebenenfalls in einem speziellen Heft schriftlich festhält, werden - falls vorhanden - die Knöpfe des Kleidungsstücks einzeln in Alufolie oder einen Kunststoffschoner gehüllt, so daß sie während
des Reinigungsvorgangs nicht schaden nehmen können. Ebenfalls ein wichtiger Handgriff bei der Warenschau ist die Taschenkontrolle. Faserschädigungen durch versehentlich in den Taschen der
Kleidungsstücke verbliebenen Gegenständen wie Lippenstifte oder Kugelschreiber werden so von vornherein ausgeschlossen.
Entsprechend der Pflegekennzeichnung, mit der das abgegebene Kleidungsstück versehen ist, ordnet es der Textilpflegeprofi abschließend einem bestimmten Reinigungsprogramm zu. Das Sortieren der Kleidungsstücke nach Empfindlichkeit, Farbe und/oder Art der Verfleckung usf. gewährleistet nicht nur eine schonende Pflege der Textilien, sondern garantiert auch eine gleichbleibend hohe Reinigungsqualität.
Ebenfalls Bestandteil der Warenschau ist schließlich das Markieren von Verfleckungen mit Hilfe von selbstklebenden Folien, die dem Textilreiniger helfen, beim nächsten Arbeitsschritt, der sog. Detachur, vorhandene Verschmutzungen gezielt zu behandeln.
Entsprechend der Pflegekennzeichnung, mit der das abgegebene Kleidungsstück versehen ist, ordnet es der Textilpflegeprofi abschließend einem bestimmten Reinigungsprogramm zu. Das Sortieren der Kleidungsstücke nach Empfindlichkeit, Farbe und/oder Art der Verfleckung usf. gewährleistet nicht nur eine schonende Pflege der Textilien, sondern garantiert auch eine gleichbleibend hohe Reinigungsqualität.
Ebenfalls Bestandteil der Warenschau ist schließlich das Markieren von Verfleckungen mit Hilfe von selbstklebenden Folien, die dem Textilreiniger helfen, beim nächsten Arbeitsschritt, der sog. Detachur, vorhandene Verschmutzungen gezielt zu behandeln.
(Vor-)Detachur
Der Arbeitsschritt der sog. Vordetachur, d.h. der professionellen Fleckentfernung vor der eigentlichen Reinigungsbehandlung im Lösemittelbad, ist oftmals vonnöten, weil bei beim Reinigen in der Trommel hauptsächlich fetthaltige und wachsähnliche Flecken gelöst werden. Verschmutzungen, die Wasser enthielten, als sie sich auf dem Kleidungsstück festsetzten, müssen dagegen vorgeweicht werden; andernfalls lassen sie sich nicht entfernen.
Die Fleckentfernung ist reine Handarbeit und wird vom Textilreiniger auf einem eigens dafür vorgesehenen Tisch, dem sog. Detachiertisch, vorgenommen. Neben umfangreichen Kenntnissen über Fasereigenschaften, Färbungen und Flecklösern erfordert dieser Arbeitsgang aber auch viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Grundsätzlich benötigt der Reinigungsprofi für jede Fleckenart einen speziellen Fleckenentferner. Zur Detachur bedient sich der Reiniger dabei einer Sprühpistole, die es ermöglicht, den Fleckentferner mit sanftem Druck durch das Textilgewebe hindurchzuspülen und so den Schmutz einfach auszuwaschen.
Reinigung im Lösungsmittelbad
An die Vordetachur schließt sich die eigentliche Reinigungsbehandlung des verschmutzten Kleidungsstücks an. Dabei werden die Textilien in der Trommel der Reinigungsmaschine in einem Reinigungsbad bewegt, das je nach Pflegekennzeichnung und Verschmutzung aus einem Lösemittel oder Wasser besteht.
Bei besonders problematischen Verfleckungen hat sich darüber hinaus der Einsatz von Reinigungsverstärkern, den sog. Tensiden bewährt, die je nach Art der Verschmutzung gezielt dem Kleiderbad beigegeben werden können. Kleidungsstücke, bei denen im Pflegeetikett der Buchstabe P in einem Kreis aufgeführt ist, können mit dem Lösemittel Perchlorethylen behandelt werden. Textilien, die mit dem Pflegehinweis F in einem Kreis versehen sind, sollte man ausschließlich mit einem Kohlenwasserstoff-Lösemittel (KWL) reinigen. Manche Kleidungsstücke sind neuerdings auch mit einem W in einem Kreis gekennzeichnet, was soviel bedeutet, daß man zum Reinigen Wasser als Lösemittel verwenden kann.In der Textilreinigung nennt man diese Art der Pflege Naßreinigung.
Auch wenn die Reinigungsbehandlung in einer Textilreinigung auf den ersten Blick eine gewisse Ähnlichkeit mit der Haushaltswäsche aufweist (Reinigen in einer beweglichen Trommel, Einsatz von "Waschmitteln" im weitesten Sinne), unterscheidet sie sich doch in einigen Punkten wesentlich von dieser:
Beim Reinigen von Naturtextilien wie Wolle oder Seide mit einem Lösemittel wie Per oder KWL tritt keine Faserquellung auf: der Stoff verändert sich nicht. Die Pflege der Kleidungsstücke ist also schonender als bei der Haushaltswäsche, zudem ist das Einlaufen der Kleidungsstücke praktisch unmöglich.
Ein weiterer entscheidender Unterschied: Im Gegensatz zu den handelsüblichen Waschmaschinen stellt eine Reinigungsmaschine einen komplett in sich geschlossenen Kreislauf dar.Nach dem Abschleudern verbleiben die gereinigten Textilien in der Wäschetrommel. Unter Zufuhr von Wärme wird das Lösemittel verdunstet, wobei die Reinigungsmaschine erst dann wieder geöffnet werden kann, wenn ein Sensorsignal dem Reinigungsprofi gemeldet hat, daß die Trommel frei von Lösemittelrückständen ist. Nachdem das Lösemittel unter Abkühlung wieder verflüssigt wurde, steht es für einen neuen Reinigungskreislauf wieder zur Verfügung.
Mit dem durch den Reinigungsprozeß verschmutzten Lösemittel wird auf gleiche Weise verfahren: Es wird verdunstet, abgekühlt und wieder verflüssigt. Der aus den Textilien gelöste Schmutz verbleibt dabei als Destillationsrückstand, der von Spezialfirmen so aufbereitet wird, daß er ähnlich wie Straßenstaub ganz gewöhnlich auf der Mülldeponie abgelagert werden kann.Das zum Reinigen verwendete Lösemittel dagegen, kann fast zu 100 Prozent wiederverwendet werden. Die Emission von chemischen Substanzen in die Umwelt kann im Gegensatz zur heutigen Form der Haushaltswäsche also weitestgehend verhindert werden.
(Nach-)Detachur
Nach der maschinellen Reinigung kontrolliert der Textilreiniger das gereinigte Kleidungsstück auf eventuell verbliebene, hartnäckige Verfleckungen. Manche Flecken zeigen sich auch überhaupt erst nach einer Lösemittelbehandlung. Diese werden dann mittels der sog. Nachdetachur endgültig beseitigt.
Der durchschnittliche Zeitaufwand für diesen Arbeitsvorgang, der wie schon die Vordetachur in reiner Handarbeit auf dem Detachiertisch vorgenommen wird, liegt pro Fleck bei rund 10 Minuten. Die individuelle manuelle Fleckentfernung ist deshalb so zeitaufwendig, weil der Textilpflegeprofi mehrere aufeinander aufbauende Handgriffe ausführen muß, um hartnäckige Verschmutzungen rückstandslos zu beseitigen. Ebenso kann der Detacheur erst nach Ausschöpfung aller ihm zur Verfügung stehender Kniffe mit Sicherheit entscheiden, ob ein Fleck entfernbar ist oder nicht. Jedenfalls ist dieser Mehraufwand der Grund dafür, daß eine sog. Vollreinigung deutlich mehr kostet als die einfache maschinelle Pflege im Kleiderbad (Schnellreinigung).
Finishen (Bügeln)
Der letzte Arbeitsschritt, den ein Kleidungsstück in einer Textilreinigung durchläuft, bevor es noch einmal kontrolliert wird, ist das sog. Finishen bzw. Bügeln der Textilie.
Dabei wird das gereinigte Kleidungsstück so in Form gebracht, daß es dem Kunden beim Abholen schrank- bzw. anziehfertig ausgehändigt werden kann.
Beim Finishen wird das Kleidungsstück zunächst auf eine sog. Dämpfpuppe aufgezogen, mittels der es von innen heraus mit Dampf durchströmt wird, so daß es einen leicht formbaren Zustand annimmt. Danach wird in die auf die Puppe aufgespannte Textilie Luft eingeblasen. Ergebnis: Das Kleidungsstück plustert sich auf und nimmt ein der Tragesituation ähnliches Volumen an. Durch das Abkühlen des Kleidungsstücks in diesem "aufgeblasenen" Zustand, behält es seine voluminöse Form. Das abschließende manuelle Bügeln verpaßt dem Kleidungsstück dann den letzten Schliff. Es ist zwar ebenfalls relativ zeitaufwendig und verlangt den Büglerinnen einiges an handwerklichem Geschick ab; doch ermöglicht es dank der heutzutage eingesetzten Absaug-Blas-Bügeltischen den Trägern der in der Textilreinigung behandelten Kleidungsstücke einen rundum gepflegten Auftritt.
Endkontrolle
Bevor das gereinigte und perfekt gebügelte Kleidungsstück vom Kunden wieder abgeholt werden kann, wird es zu guter letzt vom Reinigungsprofi noch einmal eingehend auf Sauberkeit und Formgebung geprüft. Textilien, die bei dieser Endkontrolle nicht den Qualitätsansprüchen eines Meisterbetriebes genügen, gehen zurück und werden je nach Art des festgestellten Mangels an entsprechender Stelle nachbehandelt.
Warenausgabe
Das einwandfrei gereinigte und noch einmal einzeln qualitätsgeprüfte Kleidungsstück wird dem Kunden meist in eine Klarsichtfolie gehüllt ausgehändigt. Die Folie dient zum Schutz vor Wiederanschmutzung durch Staub u.ä., sollte nach dem Transport aber zuhause entfernt werden, bevor man das Kleidungsstück in den Schrank hängt.
Bevor das gereinigte und perfekt gebügelte Kleidungsstück vom Kunden wieder abgeholt werden kann, wird es zu guter letzt vom Reinigungsprofi noch einmal eingehend auf Sauberkeit und Formgebung geprüft. Textilien, die bei dieser Endkontrolle nicht den Qualitätsansprüchen eines Meisterbetriebes genügen, gehen zurück und werden je nach Art des festgestellten Mangels an entsprechender Stelle nachbehandelt.
Warenausgabe
Das einwandfrei gereinigte und noch einmal einzeln qualitätsgeprüfte Kleidungsstück wird dem Kunden meist in eine Klarsichtfolie gehüllt ausgehändigt. Die Folie dient zum Schutz vor Wiederanschmutzung durch Staub u.ä., sollte nach dem Transport aber zuhause entfernt werden, bevor man das Kleidungsstück in den Schrank hängt.

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